Suppen
eben den Milchsuppen waren, vor allem im Münsterland, die Soppen bevorzugte Frühmorgenspeise. Sie haben nachweislich eine Jahrhunderte alte Tradition, werden aber heute nur noch vereinzelt zubereitet.

Man servierte sie in kleinen irdenen Kumpen, die man beim Kiepenkerl gegen Geld oder Naturalien erstand. Der Kiepenkerl war ein Landgänger, der seine Ware in einem aus Weide geflochtenen Rückenkorb mit sich trug und verkaufte oder tauschte. Beim Töpfer z. B. erstand er gegen bäuerliche Naturalien die Knabbel- oder Soppenkümpkes, die er dann wiederum beim Bauern gegen Eier, Schinken, Würste und Brot eintauschte.


n Ladbergen aß man gerne, besonders am Weihnachtsmittag, die Stutensoppe anstelle einer Rindfleischbrühe zu Beginn eines festlichen Mahles.
Süßer Stuten, ein Festtagsgebäck im Münsterland, wurde in ein Schälchen (Knabbelkümpchen) gebröckelt, mit Zimt und Zucker überstreut und nur mit so viel heißer Milch übergossen, dass der Stuten zu einem Brei ausquellen konnte. Die Stutensoppe wurde heiß gegessen.


n Borgholzhausen waren häufig, vor dem Kirchgang, die Fettsoppen der Auftakt zu einem geruhsamen Sonntag.
Altes Weißbrot oder Knabbeln (=Stücke vom Stuten, im Ofen gelblich geröstet) wurde mit heißem Wasser übergossen. Als die Masse gut durchgeweicht war, wurde das Wasser abgegossen, Butter und Schmalz in einem Topf ausgelassen, den Brei darin aufgekocht und gesalzen.

Den Topf stellte man ursprünglich in die Mitte des Tisches und jeder löffelte daraus, so lange er mochte. Den Holzlöffel, jeder hatte seinen eigenen, gekennzeichneten, leckte man danach sorgfältig ab und legte ihn bis zur Abendsuppe in die Schublade oder hängte ihn an das Tellerbord. Erst nach der Abendmahlzeit wurde er gespült.


auersoppen wurden wie die Fettsoppen zubereitet. Allerdings gab man zum Schluss einen Schuss Essig und Sahne hinein.



urstesoppen  waren ein besonders kräftiges Morgengericht, das allen Schwerarbeitern "in den Rippen stand".
Altes Wurstebrot wurde in Würfel geschnitten und über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht. Am folgenden Morgen kochte man das Wurstebrot mit einem Schuss Essig, etwas Salz und reichlich Apfelstücken 30 Minuten lang. In der Pfanne wurden Speckwürfel ausgelassen und gesondert gereicht. Die Grieben mussten schön kross sein. Nach Geschmack reicherte sich jeder seine Wurstesoppen mit Speck an.
Ganz starke Esser bekamen noch ein Schinkenbutterbrot und Milchkaffee dazu.
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