|
 |
ie
schon angedeutet, nahm die Hausschlachtung in der westfälischen Küche einen
bedeutenden Platz ein. In der relativ arbeitsarmen und kalten Jahreszeit, wenn
es schon leicht fror, wurden die ersten Schweine geschlachtet. Um Weihnachten
herum verarbeitete man häufig ein Rind und im Februar/März schlachtete man,
je nach Größe des Haushaltes, nochmals ein oder zwei Schweine.
m Gegensatz zu anderen Landstrichen, dort, wo man das Fleisch fast
ausschließlich verkaufte und damit zusätzlich Geld herbeischaffte,
verbrauchte man das Fleisch und die Wurstwaren zum größten Teil selber.
Lediglich Dauerware, wie Geräuchertes oder Gepökeltes, wurde vom Kiepenkerl
gehandelt.
er Schlachttag war immer ein ereignisreicher Tag mit viel Arbeit für die
Erwachsenen und viel Neugierde bei den zuschauenden Kindern.
Das Schlachten besorgte meistens ein Hausschlächter, der normalerweise einen
anderen Beruf ausübte, sich aber gerne etwas Geld dazu verdiente. Bei der
Weiterverarbeitung halfen sich die Nachbarn gegenseitig aus, so dass eine
Terminabsprache nötig war.
as "entborstete" Tier wurde längs geteilt und musste über Nacht,
draußen an einer Leiter hängend, auskühlen. Am anderen Tag war Wursttag.
Örtlich unterschiedlich wurden Leberbrot, Wurstebrot, Möpkenbrot oder
Panhas zum alsbaldigen Verzehr bereitet. In Därme oder flache Schüsseln
gefüllt, in Scheiben geschnitten und in der Pfanne gebraten waren diese
Wurstwaren im Winter eine dauerhafte, morgendliche Speise, die den Magen
wohlig wärmte und Kräfte freisetzte.
ettwürste,
Blut- und Leberwurst wurden entweder in Gläser eingeweckt oder in Naturdärme
gefüllt, gekocht (außer die Mettwurst) und geräuchert. Große
Fleischstücke wie Schinken oder der Bauchspeck wurden in ein eigens dafür im
Keller gemauertes Pökelbecken gelegt und danach geräuchert.
estfälischem Schinken und den Würsten wurde manch hohe Loblied
gesungen, wurden die Schweine doch vielfach mit Eicheln und Bucheckern
gefüttert. Die Schinken im Winter und Frühsommer über dem Rauchfang
"dem Wiemen", über Buchenholzscheiden und Wacholderbeeren, welche
man in die Glut warf, geräuchert.
en Schlachtvorgang beendete man mit einem Schlachtessen, das aus der
Kochbrühe für die Würste, aus gebratenen Lendchen, Lebern und kleinen
Mettbällchen bestand. Die helfenden Nachbarn tafelten fleißig mit und der
besseren Verträglichkeit wegen gab es dazu viel "Korn und Bier".
Zum Schluss bekam jeder Helfer noch frisches Fleisch oder ein Stück Wurst mit
nach Hause. |
 |
|
 |