ie streicht die Masse auseinander, möglichst
gleichmäßig, etwa zolldick,
doch wird der Pickert schon von selbst am Rande etwas dünner, weil die Masse
etwas flüssig ist. Bald fängt der Pickert an, einen etwas brennerigen Geruch
zu verbreiten. Dann ist es aber hoch Zeit, ihn zu wenden weil er an seiner
unteren Seite eine hellbraune Rinde bekommen hat. Die Ränder sind vielleicht
etwas angebrannt und müssen deshalb mit einem Messer vom Ofen gelöst werden.
as Wenden ist ein ziemliches Kunststück, denn der Pickert ist oben auf noch
ganz weich und seine Länge hat etwa 1½ Fuß, während die Breite von 1-1½
Fuß beträgt. Zum Wenden gebraucht man dünne Milchbretter, die man von vorne
her möglichst weit unterschiebt. Mittels dieser Bretter wird der Pickert mit
einem Schlagen umgeworfen. Wenn dieser Wurf nicht gelingt, so ist der Pickert
verpfuscht und liegt mehr oder weniger doppelt oder gar in einem Puck; es wird
nichts wackeres daraus. Gewöhnlich ist in jedem Hause nur einer, der dieses
Kunststück versteht und auch für gewöhnlich verrichten muss, es gibt sich
nicht leicht ein anderer dazu her. Auch der Beste hat wohl mal einen verpudelt.
o sagte ich z.B. kürzlich zur Haushälterin des Vorstehers Böger, als sie
sich gerade zum Umwenden anschickte ob sie auch wohl einen Pickert in einen
Klumpen werfen könnte. Ihr stieg das Blut etwas in die Wangen, und richtig
warf sie den Kuchen in einen Puck. Offenbar hatte ich die Schuld und bekam
deshalb auch sogleich meine Strafe; kein freundliches Gesicht den Nachmittag
wieder, und der Pickert schmeckte auch nicht so gut wie sonst!
Will man einen Pickert ohne Gest backen so rührt man Kartoffeln, Mehl, ein
wenig Salz und Wasser gehörig durcheinander, und dann kann das Backen
sogleich losgehen. Die ärmeren Leute brauchen nur Kartoffeln und Salz zum
Pickert, und bei Wintertage, wenn ja eingeheizt werden muss, essen die fast
ebenso viel Pickert wie Brot.
in gut geratener Gestpickert und darauf frische Butter gestrichen, schmeckt
zu gutem Kaffee ganz vortrefflich, viel besser als sämtlicher Butterkuchen.
Lächle nur, du städtischer Leckerzahn! Du sollst unsern Pickert auch wohl
mögen, wahrscheinlich auch mit alter Butter und ohne Zucker und Kaffee!
Willst du die Hausmutter wissen wo man die meisten Pickert isset, nämlich
allmählich das Mehl von 5 - 7 Scheffel Buchweizen dazu gebraucht, so zähle
zu der Summe unserer 109 Kolonate noch 11, dividiere durch 2 und addiere
alsdann 4. Hier bäckt man die Pickert 2-2½ Zoll dick.
ut gebackener Pickert ist ein gar gesundes Essen, das bei uns sogar
Saugkinder ohne Schaden genießen dürfen. Fast jeder isset ihn auch
gern!"
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