fannengerichte,
möglichst in der Pfanne serviert, damit das Anrichten wenig Arbeit machte,
waren besonders abends an der Tagesordnung. Gekochte Kartoffeln z.B. wurden
auf dem blank gescheuerten Holztisch gepellt und in eine Pfanne mit Sauce
getunkt. So brauchte jeder nur eine Gabel und ein Messer. Das hielt den
Abwasch in Grenzen und man gewann Zeit für den wohlverdienten
Feierabend.
Häufig wurde aber auch der Eintopf vom Mittag aufgewärmt und durch einen
Pfannkuchen ergänzt. Ein Abendbrot ohne Mehl- oder Eierpfannkuchen war in
vielen Familien schlicht undenkbar. Man aß ihn in folgender Kombination
a) Salzkartoffeln - saure Specksauce - grüner Salat - Pfannkuchen
b) Schnibbelbohneneintopf oder ein anderer Eintopf - Pfannkuchen
c) Auf gebuttertem Stuten
d) Am anderen Morgen als kalter Rest auf gebuttertem Stuten zum zweiten
Frühstück.
n Gütersloh und Umgebung aß man Pfannkuchen mit Stippmilch zusammen.
Pfannkuchen aus Mehl, Eiern und Milch waren aber auch ein traditionelles Essen
nach den sogenannten Heischegängen, den Umzügen zur Fastnacht, Ostern,
Pfingsten usw. Kinder klopften an die Türen, sagten Sprüche auf und
erhielten dafür Eier, Mehl und Speck. Diese Lebensmittel wurden dann abends
zu Pfannkuchen verbacken und gemeinsam verzehrt.
bstpfannkuchen waren eine sommerliche Variante der üblichen Pfannkuchen zum
Abendbrot. Besonders die Kinder freuten sich über die "Süßen".
Dazu verwendete man besonders folgende Obstsorten: frische Pflaumen, frische
Kirschen, frische Äpfel. Der Teig musste etwas dicker sein als bei einem
einfachen Pfannkuchen. Man gab auf die ungebratene Seite geputztes und
zerkleinertes Obst und wendete dann die Pfannkuchen mit Zimt und Zucker
bestreut wurden sie dann serviert.
uchweizenpfannkuchen waren ein anspruchloses, jedoch nahrhaftes Gericht.
Früher war er für viele Familien jahrein, jahraus die Hauptspeise. Denkt man
an die Leineweber, die - als das Handweben nicht mehr gefragt war, im Sommer
nach Holland in die Ziegeleien gingen, um für den Winter Geld für die Lieben
zu erarbeiten - fast ausschließlich von Erbenssuppe und Buchweizenpfannkuchen
lebten; denkt man die münsterländischen Heuerlinge, die ebenfalls im Sommer
nach Holland gingen, um dort Torf zu stechen, so bezweifelt man die
Beliebtheit des Gerichts. Denn monatelang waren Buchweizenpfannkuchen,
draußen am Arbeitsplatz über offenem Feuer zubereitet, das Mittagsmahl
schlechthin.
illekauken und Leineweber, zwei Gerichte mit fast den
gleichen Zutaten, waren in Westfalen sehr bekannt und beliebt. Den "Pillekauken"
kannte man mehr im Münsterland während man um Wuppertal und im Ruhrgebiet
"Leineweber" bevorzugte. Der Pillekauken (Pille=Würmer, Kauken=Kuchen)
hat seinen Namen von den Speck- und Kartoffelstreifen, die im Pfannkuchenteig
eingebacken wurden. Leineweber verdanken ihren Namen - so sagt man - dem
Einfallsreichtum einer armen Bielefelder Leinewebersfrau, die aus Resten ein
Mittagessen zubereiten musste. Bei diesem Gericht wurden die Kartoffeln in
Scheiben geschnitten, der Speck fehlte. Ansonsten wurden beide Gerichte auf
die gleiche Weise zubereitet.
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